Das Schulhaus in der Untergasse 1868 – 1973
Im Jahr 1868 konnte das „Königliche Gymnasium zu Marburg“ endlich in den lang ersehnten Neubau umziehen: Das neue und prächtige, im neugotischen Stil errichtete Gebäude befand sich nicht weit entfernt vom Dominikanerkloster, nur wenige Meter bergauf in der Untergasse an der Ecke zur heutigen Gutenbergstrasse, auf dem Gelände des heutigen Schlossbergcenters.
Die Annektion des Kurfürstentums Hessen durch Preußen im Jahr 1866 hatte der Stadt Marburg durch eine verbesserte Landesverwaltung und bessere Ausstattung mit Finanzmitteln einen spürbaren Aufschwung verschafft, die Fertigstellung des Schulgebäudes war ein Ausdruck davon.
Die Zahl der Schüler stieg in den folgenden Jahren auch stetig an, von insgesamt 232 Schülern beim Einzug in das Gebäude bis zu 338 Schülern im Schuljahr 1895/96 (Zahlenangaben nach Bernhard Unckel: Vom Pädagogium der Reformation zum Gymnasium der Gegenwart, in: Gymnasium Philippinum 1527 – 1977, Marburg 1977, S. 74). Das Gebäude wurde später noch durch einen Anbau erweitert, bis der Platz für die in den 1960er Jahren weiter steigenden Schülerzahlen dann doch zu knapp wurde. Nach der Errichtung des Neubaus in der heutigen Leopold-Lucas-Straße wurde das eigentlich noch intakte Gebäude abgerissen, um Platz für ein Einkaufszentrum zu schaffen.