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Heinz Tuczek

Heinz Tuczek (18. Januar 1894 – 10. Februar 1917) hat von 1903 an das Philippinum (damals noch: Königliches Gymnasium zu Marburg) besucht und hat die Schule im Jahr 1913 mit dem Abitur abgeschlossen. Nur vier Jahre später, im Alter von 21 Jahren, ist er im Krieg gefallen.

Im 5. Heft der „Kriegsnachrichten“ findet sich ein ausführlicher Bericht über Heinz Tuczek und ein Brief von ihm selbst:

„Wenige Tage vor seinem tödlichen Sturz erhielt unser Heinz Tuczek der Kriegsnachrichten erste Nummer. Er schrieb daraufhin am 7. Februar:

Vielen Dank für die Zusendung der ‚Kriegsnachrichten ehemaliger Marburger Gymnasiasten‘, über die ich mich sehr gefreut habe!
Ich finde es einen sehr netten Einfall und begrüsse ihn mit Freuden, denn ich interessiere mich kolossal für die alten Bekannten aus der Penne und habe es schon oft bedauert, so ganz den Zusammenhang mit ihnen verloren zu haben … Ich schicke meine ‚Lebensgeschichte‘ mit und die meiner beiden gefallenen Freunde Schäfer und v. d. Ropp, die vielleicht auch interessieren.

Mit freundschaftlichem Grusse …

Es lag bei die erwähnte ‚Lebensgeschichte‘:

Im Februar 1913 bestand ich das Abitur, arbeitete April 1913 bis April 1914 bei Henschel in Kassel und studierte dann auf der Technischen Hochschule in Darmstadt Maschinenbau bis zum 19.11.1914.

Am 20.11.14 trat ich bei der Fliegerersatzabt. 3, Darmstadt (später Gotha), ein, wo ich bis zum Mai in der Rekruten-Komp. war. Im Juni wurde ich in der Gothaer Waggonfabrik als als Flugzeugführer ausgebildet und bestand am 15.11.15 meine Schlussprüfung durch einen Flug Gotha-Leipzig-Gotha. Vom 27.1.16-3.4.16 wurde ich in Warschau auf Kampfeinsitzern (Fokker) ausgebildet, von wo ich im April 16 nach dem Westen versetzt wurde, wo ich seit Mai bei verschiedenen Fliegerabteilungen und Jagdstaffeln in der Champagne tätig war und noch bin. Meine Aufgabe ist, eigene Aufklärungsflugzeuge gegen feindliche Angriffe zu schützen und gegnerische Flugzeuge am Ueberfliegen der Front zu hindern.

Noch eines muss ich erwähnen, nämlich dass ich nicht in französischer Gefangenschaft bin, was allgemein von mir angenommen wird, und dass ich nicht „am Boden zerschmettert bin“, wie einst die Franzosen in ihrem Tagesbericht meldeten.

Doch wie tragisch: was hier Tuczek noch dementierte, das wurde drei Tage darauf zur grauenvollen Tatsache! Deshalb war es ihm nicht mehr möglich, über Schäfer und v. d. Ropp zu berichten, deshalb konnte er den Brief nicht mehr an uns senden. Mit dem Nachlass kam er daher in der Eltern Hände und auf diesem Wege erreichte er uns.“

Quelle: Kriegsnachrichten ehemaliger Marburger Gymnasiasten Nr. 5 (22.05.1917)