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Gymnasialdirektor Dr. Friedrich Aly

Dr. Gottfried Friedrich Aly war Direktor des Gymnasiums von 1900 bis 1913. Den Schülern dieser Zeit ist er als sehr strenger Direktor in Erinnerung geblieben.

Geboren wurde er am 12. Februar 1852 in Magdeburg, gestorben ist er noch während seiner aktiven Dienstzeit am 16. Januar 1913 in Marburg. Er ist also ein Vertreter der Generation, die mit der Gründung des Kaiserreichs 1871 das Erwachsenenalter erreicht hat – und war wohl in vieler Hinsicht ein typischer Vertreter der Gesellschaft des Kaiserreichs. Er war ein Mann von „altpreußischer“ Haltung, unterrichtete die Fächer Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte und „es wird auch berichtet, dass er von den Naturwissenschaften weniger als seine Schüler hielt und auch verstand“. (Wolfgang Gut, Chronika Bd. 6 Nr. 5, S. 224).

Er hat einige wissenschaftliche Arbeiten über römische Schriftsteller und römische Literatur veröffentlicht. Vor allem aber war er in der Schulpolitik aktiv. Seit 1909 war er Vorsitzender des Deutschen Gymnasialvereins und hat hier großen Einfluss auf die Neugestaltung des preußischen Gymnasialunterrichts genommen. Dabei kämpfte er einerseits für die Bedeutung der alten Sprachen am Gymnasium, andererseits aber auch für eine Besserstellung des Standes der Gymnasiallehrer.

In seine Amtszeit fällt die Umbenennung der Schule: Das „Königliche Gymnasium zu Marburg“ wurde im Jahr 1904 anlässlich des 500. Geburtstags von Landgraf Philipp dem Großmütigen zum „Gymnasium Philippinum“. Aus diesem Anlass ließ Direktor Aly eine Steintafel anfertigen, die heute noch im Eingangsbereich der Schule zu sehen ist, wenn man den Schulhof von der Straßenseite aus betritt.

In alten Schülerzeitungen finden sich einige Karikaturen und ein Spottgedicht. Bei den Schülern, die gut in Latein und Griechisch waren, war er offenbar sehr beliebt – andere haben wohl sehr unter seiner Strenge und Unduldsamkeit gelitten…