Schule und Unterricht vom 16. bis ins 20. Jahrhundert: „Zu Kaisers Zeiten“
Seit Ihrer Gründung im Jahr 1527 hat unsere Schule ganz unterschiedliche Phasen durchlebt. Gegründet wurde sie von Landgraf Philipp von Hessen (später: „Philipp der Großmütige“) zusammen mit der Marburger Universität, der ersten protestantischen Universität weltweit, als Pädagogium, d.h. als Vorschule der Universität: Hier sollten die künftigen Studenten der Marburger Uni Latein und Griechisch lernen, um so die für das Studium erforderlichen Grundlagen zu erhalten. In dieser Zeit war die Schule ein Teil der Universität, der Schulleiter hieß Pädagogiarch und war einer der Universitätsprofessoren.
Im Jahr 1833 wurde die Schule von der Universität getrennt und wurde zum selbstständigen „Kurfürstlichen Gymnasium“ zu Marburg. Als Vorbereitungsanstalt für die Universität hatte die Schule nur vier Jahrgangsstufen umfasst, in den folgenden Jahren wurden schrittweise auch jüngere Schüler aufgenommen.
Nach dem Sieg Preußens gegen Österreich im Deutschen Krieg von 1866 kam Marburg unter preußische Herrschaft: Das Kurfürstentum Hessen wurde dem Königreich Preußen eingegliedert, und die Schule erhielt den Titel des „Königlichen Gymnasiums“ zu Marburg.
Anlässlich der Feier zum 400. Geburtstag des Landgrafen Philipp (1504 – 1567) im Jahr 1904 erhielt die Schule den Namen „Gymnasium Philippinum“. Mit der Gründung der Weimarer Republik im Jahr 1919 wurde aus dem „Königlichen“ schließlich das „Staatliche Gymnasium Philippinum“.
Wie sich diese unterschiedlichen Epochen auf den Schulalltag und den Unterricht ausgewirkt haben, wird in diesem Bereich an Beispielen gezeigt.